In diesem Artikel erfahren Sie, wie entkoffeinierter Kaffee hergestellt wird, wie gesund Decaffeinato ist, worauf Sie beim Kauf achten sollten und warum hochwertiger entkoffeinierter Kaffee geschmacklich oft überrascht.
Für viele Menschen gehört Kaffee ganz selbstverständlich zum Alltag. Der erste Espresso am Morgen, ein Cappuccino zwischendurch oder eine Tasse Kaffee am Nachmittag sind feste Rituale, auf die sie nicht verzichten möchten. Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, ihren Koffeinkonsum bewusst zu reduzieren – etwa aufgrund einer erhöhten Koffeinempfindlichkeit, aus gesundheitlichen Gründen oder weil sie auch am späteren Nachmittag oder Abend noch Kaffee genießen möchten, ohne ihren Schlaf unnötig zu beeinträchtigen.
Genau hier kommt entkoffeinierter Kaffee ins Spiel. Doch rund um Decaffeinato gibt es bis heute viele Fragen:
- · Ist entkoffeinierter Kaffee gesund?
- · Wie wird Kaffee entkoffeiniert?
- · Wird entkoffeinierter Kaffee mit chemischen Lösungsmitteln hergestellt?
- · Enthält entkoffeinierter Kaffee wirklich kein Koffein mehr?
- · Und schmeckt entkoffeinierter Kaffee genauso gut wie klassischer Kaffee?
Moderne Entkoffeinierungsverfahren haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich weiterentwickelt. Heute ist es möglich, einen Großteil des Koffeins aus der Kaffeebohne zu entfernen und gleichzeitig möglichst viele ihrer natürlichen Aromastoffe zu bewahren.
Ob ein entkoffeinierter Kaffee am Ende wirklich überzeugt, hängt jedoch nicht allein vom Entkoffeinierungsverfahren ab. Mindestens ebenso wichtig sind die Qualität der verwendeten Rohkaffeebohnen, die Verarbeitung und eine sorgfältig darauf abgestimmte Röstung.
Denn auch bei Decaffeinato gilt: Guter Kaffee beginnt mit guten Bohnen.
Was ist entkoffeinierter Kaffee?
Entkoffeinierter Kaffee ist Kaffee, dem vor der Röstung ein Großteil des natürlich enthaltenen Koffeins entzogen wird. Die Entkoffeinierung erfolgt dabei bereits an den grünen, noch ungerösteten Kaffeebohnen. Ganz koffeinfrei ist Decaffeinato allerdings nicht. Auch nach der Entkoffeinierung verbleibt eine geringe Menge Koffein in der Bohne. In der Europäischen Union darf Kaffee als „entkoffeiniert“ bezeichnet werden, wenn der Koffeingehalt bei geröstetem Kaffee höchstens 0,1 Prozent der Trockenmasse beträgt.
Entkoffeinierter Kaffee ist also kein anderes Kaffeeprodukt, sondern grundsätzlich derselbe Rohstoff, der um einen Verarbeitungsschritt ergänzt wurde. Herkunft, Kaffeesorte, Qualität der Rohbohnen und Röstung spielen deshalb auch bei Decaffeinato eine entscheidende Rolle für den späteren Geschmack. Ein hochwertiger entkoffeinierter Kaffee kann entsprechend viel Aroma, Körper und Charakter entwickeln. Entscheidend ist, dass bei der Entkoffeinierung möglichst wenig von den für den Geschmack wichtigen Bestandteilen der Kaffeebohne verloren geht und die anschließende Röstung auf die entkoffeinierten Bohnen abgestimmt wird.
Wie wird Kaffee entkoffeiniert?
Die Entkoffeinierung erfolgt bereits bei den grünen, noch ungerösteten Kaffeebohnen. Dabei wird ein Großteil des natürlich enthaltenen Koffeins entfernt. Ziel aller Verfahren ist es, möglichst viel Koffein zu entziehen und gleichzeitig die für Geschmack und Aroma wichtigen Bestandteile der Bohne möglichst gut zu bewahren.
Eine der bewährtesten Methoden ist das DCM-Verfahren mit Dichlormethan. DCM kann Koffein sehr gezielt aus der Bohne lösen und ermöglicht dadurch eine vergleichsweise aromaschonende Entkoffeinierung. Nach der Extraktion wird das Lösungsmittel wieder entfernt; anschließend werden die Bohnen getrocknet und geröstet. DCM zeichnet sich insbesondere durch seine selektive Koffeinextraktion, eine gute Erhaltung des Aromaprofils und einen vergleichsweisen effizienten Prozess aus. Dichlormethan ist in der EU ausdrücklich für die Entkoffeinierung von Kaffee zugelassen. Für gerösteten Kaffee gilt ein strenger Höchstwert von 2 mg DCM pro Kilogramm Kaffee. Bei Einhaltung dieser gesetzlichen Vorgaben gilt das Verfahren als sicher für den Verzehr.
Beim CO₂-Verfahren wird Koffein unter hohem Druck mit Kohlendioxid extrahiert. Es arbeitet ohne klassische organische Lösungsmittel, erfordert jedoch aufwendige Anlagen und hohen technischen bzw. energetischen Aufwand.
Wasserbasierte Verfahren wie der Swiss Water® Process verzichten ebenfalls auf organische Lösungsmittel, können aufgrund der wasserlöslichen Bestandteile des Kaffees jedoch eine besonders sorgfältige Prozessführung erfordern, um das Aromaprofil möglichst gut zu erhalten. Eine weitere Möglichkeit ist die Entkoffeinierung mit Ethylacetat, das natürlichen Ursprungs sein kann, industriell jedoch auch synthetisch hergestellt wird.
Die verschiedenen Verfahren haben somit unterschiedliche Stärken und Schwächen.
Wichtig zu wissen ist, dass unabhängig vom verwendeten Verfahren alle in der Europäischen Union zugelassenen Entkoffeinierungsmethoden als sicher gelten und strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegen.
Entkoffeinierter Kaffee ohne Chemie – was bedeutet das?
Der Begriff „entkoffeinierter Kaffee ohne Chemie“ wird häufig verwendet, ist jedoch etwas irreführend. Meist sind damit Verfahren gemeint, die ohne organische Lösungsmittel wie Dichlormethan arbeiten und stattdessen beispielsweise Wasser oder Kohlendioxid zur Entkoffeinierung einsetzen.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass diese Verfahren „gesünder“ oder grundsätzlich besser sind.
Entscheidend für die Qualität eines entkoffeinierten Kaffees ist daher nicht allein, ob mit Wasser, CO₂ oder einem Lösungsmittel gearbeitet wird. Entscheidend für die Qualität in der Tasse sind vielmehr das Zusammenspiel aus hochwertigen Rohbohnen, einer schonenden Entkoffeinierung und einer sorgfältig darauf abgestimmten Röstung.
Ist entkoffeinierter Kaffee gesund?
Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand kann entkoffeinierter Kaffee für die meisten Menschen Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Der wesentliche Unterschied zu klassischem Kaffee liegt im stark reduzierten Koffeingehalt. Viele andere natürliche Bestandteile des Kaffees bleiben hingegen erhalten. Dazu zählen insbesondere Polyphenole und andere antioxidativ wirkende Pflanzenstoffe. Die Entkoffeinierung entfernt also in erster Linie das Koffein - sie macht aus Kaffee keineswegs ein Getränk ohne seine charakteristischen Inhaltsstoffe.
Gerade für Menschen, die empfindlich auf Koffein reagieren oder ihren Koffeinkonsum bewusst reduzieren möchten, kann Decaffeinato deshalb eine interessante Alternative sein. Sie können weiterhin Kaffee genießen, nehmen dabei jedoch nur einen Bruchteil der üblichen Koffeinmenge auf. Wie hochwertig ein entkoffeinierter Kaffee letztlich ist, hängt allerdings nicht allein vom niedrigen Koffeingehalt ab. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus hochwertigen Rohbohnen, einer schonenden Entkoffeinierung und einer sorgfältig darauf abgestimmten Röstung.
Ist entkoffeinierter Kaffee säureärmer und verträglicher?
Entkoffeinierter Kaffee wird häufig mit einer besseren Verträglichkeit verbunden. Automatisch säureärmer ist er jedoch nicht. Bei der Entkoffeinierung wird in erster Linie das Koffein entfernt, während die natürlichen Säuren des Kaffees weitgehend erhalten bleiben.
Wie bekömmlich ein Kaffee empfunden wird, hängt von mehreren Faktoren ab – darunter die verwendeten Bohnen, die Röstung, die Zubereitungsart und die individuelle Empfindlichkeit.
Wer vor allem auf Koffein empfindlich reagiert, kann entkoffeinierten Kaffee dennoch als angenehmer empfinden. Decaffeinato ist daher nicht grundsätzlich säureärmer oder für jeden besser verträglich, kann aber insbesondere für koffeinempfindliche Menschen eine gute Alternative sein.
Schmeckt entkoffeinierter Kaffee anders?
Viele Kaffeeliebhaber fragen sich, ob entkoffeinierter Kaffee genauso schmeckt wie klassischer Kaffee. Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Moderne Entkoffeinierungsverfahren sind darauf ausgelegt, das Koffein möglichst gezielt zu entfernen und gleichzeitig die geschmacksprägenden Bestandteile der Bohne weitgehend zu bewahren. Hochwertige Decaf-Kaffees unterscheiden sich deshalb geschmacklich heute deutlich weniger von klassischem Kaffee, als viele vermuten.
Wie stark ein Unterschied wahrnehmbar ist, hängt vom verwendeten Entkoffeinierungsverfahren, der Qualität der Rohbohnen und der anschließenden Röstung ab.
Ein guter Decaffeinato kann vollmundig, ausgewogen und aromatisch sein und das typische Geschmacksprofil seiner Kaffeebohnen bewahren. Koffein ist schließlich nicht das, was guten Kaffee ausmacht. Entscheidend für den Geschmack sind die Aromen, die Qualität der Bohnen und die Art ihrer Verarbeitung.
Worauf sollte man beim Kauf von entkoffeiniertem Kaffee achten?
Wer hochwertigen entkoffeinierten Kaffee kaufen möchte, sollte nicht nur auf die Bezeichnung „Decaf“ achten. Entscheidend sind vor allem die Qualität der Rohbohnen, das Entkoffeinierungsverfahren, die Röstung und die Frische. Ein genauer Blick darauf, wie ein Hersteller seinen Kaffee entkoffeiniert und verarbeitet, kann daher viel über die Qualität des Endprodukts verraten.
Weder Arabica noch Robusta sind für sich allein ein Qualitätsmerkmal. Wichtiger sind die sorgfältige Auswahl und Verarbeitung der Bohnen sowie ein aromaschonendes Entkoffeinierungsverfahren. Auch die Röstung prägt den Geschmack. Wer einen kräftigen, vollmundigen Decaffeinato bevorzugt, kann gezielt nach einer etwas dunkleren Röstung suchen, die mehr Körper und ausgeprägte Röstaromen hervorbringen kann.
Wichtig zu wissen:
Ganze Bohnen bewahren ihre Aromen länger als bereits gemahlener Kaffee. Idealerweise wird der Decaffeinato daher erst unmittelbar vor der Zubereitung gemahlen.
Mamis Decaffeinato
Für einen hochwertigen Decaffeinato kommt es auf das Zusammenspiel aus guten Rohbohnen, schonender Entkoffeinierung, abgestimmter Röstung und Frische an.
Für unseren Mamis Decaffeinato haben wir uns bewusst für das DCM-Verfahren entschieden. Es entfernt Koffein sehr selektiv und ermöglicht es, viele der geschmacksprägenden Bestandteile der Bohne zu bewahren. Gleichzeitig ist das Verfahren effizient und benötigt deutlich weniger Wasser als wasserbasierte Entkoffeinierungsverfahren. Der Restkoffeingehalt liegt bei weniger als 0,1 Prozent und entspricht damit den gesetzlichen Anforderungen.
Anschließend werden die Bohnen im traditionellen Trommelröstverfahren als Dark Roast geröstet und ausschließlich als ganze Bohne abgefüllt. So entsteht ein kräftiger, vollmundiger Espresso mit Noten von Schokolade und gerösteten Nüssen, dessen Aromen bis zum Mahlen bestmöglich geschützt bleiben.
Genau deshalb ist unser Decaffeinato so beliebt: Geschmacklich kommt er einem klassischen italienischen Espresso erstaunlich nahe. Vollmundig, aromatisch und mit schöner Crema – nur mit einem Bruchteil des Koffeins.
Für uns bedeutet Decaffeinato keinen Verzicht: Man soll möglichst wenig vermissen – außer dem Koffein.
Fazit
Entkoffeinierter Kaffee ist längst mehr als nur eine Alternative für Menschen, die ihren Koffeinkonsum reduzieren möchten. Moderne Verfahren ermöglichen es, den größten Teil des Koffeins gezielt zu entfernen und gleichzeitig viele der geschmacksprägenden Bestandteile der Bohne zu bewahren. So kann ein guter Decaffeinato geschmacklich erstaunlich nahe an klassischen Kaffee herankommen.
Entscheidend dafür sind die Qualität der Rohbohnen, eine aromaschonende Entkoffeinierung, die richtige Röstung und eine sorgfältige Verarbeitung. Wer zusätzlich auf Transparenz beim Herstellungsprozess und Frische achtet, muss auch bei entkoffeiniertem Kaffee nicht auf echten Espressogenuss verzichten.
Denn guter Kaffee wird nicht durch seinen Koffeingehalt definiert, sondern durch das, was am Ende in der Tasse ankommt.
Ist entkoffeinierter Kaffee als ganze Bohne besser?
Ja. Entkoffeinierter Kaffee als ganze Bohne bewahrt seine Aromen in der Regel länger als bereits gemahlener Kaffee. Werden die Bohnen erst unmittelbar vor der Zubereitung gemahlen, können sich Geschmack und Duft besonders gut entfalten.
Ist entkoffeinierter Kaffee für den Abend geeignet?
Viele Menschen trinken entkoffeinierten Kaffee bewusst am Abend, da er nur noch sehr geringe Mengen Koffein enthält. Wie empfindlich jemand auf Restkoffein reagiert, kann jedoch von Person zu Person unterschiedlich sein.
Wie lange bleibt entkoffeinierter Kaffee frisch?
Wie jeder Kaffee sollte auch entkoffeinierter Kaffee kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden. Ganze Bohnen bleiben in der Regel länger aromatisch als bereits gemahlener Kaffee.
Enthält entkoffeinierter Kaffee noch Antioxidantien?
Ja. Auch nach der Entkoffeinierung enthält Kaffee natürliche Pflanzenstoffe, darunter Polyphenole mit antioxidativen Eigenschaften. Die enthaltene Menge hängt unter anderem von Bohne, Verarbeitung und Röstung ab.
Wie viel Restkoffein enthält entkoffeinierter Kaffee?
Entkoffeinierter Kaffee ist nicht vollständig koffeinfrei. In der EU darf gerösteter Kaffee als entkoffeiniert bezeichnet werden, wenn sein Koffeingehalt höchstens 0,1 % der Trockenmasse beträgt.